Bereits vor etwa 3000 Jahren wurde in chinesischen Aufzeichnungen aromatisiertes Eis erwähnt, das zur Erfrischung genossen wurde.

Der griechische Dichter Simonides von Keos berichtete im 6. Jahrhundert von unserer Zeitrechnung, dass zur Herstellung von Speiseeis Gletscherschnee, Fruchtmark, Zimt, Honig oder Rosenwasser gemischt werden.

Der griechische Arzt Hippokrates empfand im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung seinen Patienten den Genuss von Eis, denn die eisigen "Säfte beleben und heben das Wohlbefinden."

Alexander der Große (365-323 v. u. Zt.) ließ vor dem Schlachten zur Hebung der Stimmung seiner Soldaten mit Wein, Honig und Apfelsaft gemischten Schnee austeilen.

Der römische Kaiser Nero mochte Gipfelschnee am liebsten mit Rosenwasser, Honig, Früchten und Baumharz vermischt. Er richtete zwischen Rom und den Albaner Bergen eine Läuferstafette ein, die für die nötige Nachlieferung von Schnee sorgen musste, so dass er auch seine Gäste mit eisgekühltem Dessert bei Laune halten konnte.

Zwar erwähnt der römische Geschichtsschreibung Plinius über mehrere Methoden der Eiszubereitung. Sie sind aber unbekannt geblieben.

Die Wiederentdeckung des Speiseeises in der Neuzeit hängt mit der Chinareise Marco Polos im 14. Jahrhundert zusammen. Dort, in China, war das Wissen über die Speiseeisherstellung und den Genuss von Gefrorenem offensichtlich über die Jahrtausende erhalten geblieben.

Als Marco Polo nach seiner Rückkehr im Jahr 1395 seinen Zeitgenossen in Venedig davon berichtete und außerdem erwähnte, er habe in China sogar Gaststätten gefunden, die außer Eis kaum etwas anderes anbieten ("Eisdielen" also), schenkte man ihm keinen Glauben. Erst, als er entsprechende Rezepte präsentierte und die Venezianer danach tatsächlich genussfähiges Eis herstellen konnten, glaubte man ihm.

So führte die Kombination zwischen dem Wissen um die Eisherstellung, der Nähe zu Eis und Schnee und den Alpen und den hochsommerlichen Temperaturen in Norditalien dazu, dass in Italien seitdem dauerhaft Speiseeis hergestellt wurde. Dazu wurden in riesigen unterirdischen Kellern Schnee und Eis eingelagert.

Etwa um 1530 entdeckte ein Zuckerbäcker (vermutlich ein Sizilianer), dass zusätzliche Kälte entsteht, wenn man Salpatersalz mit Roheis mischt. Mit dieser künstlichen Kälte wurde die die Speiseeisherstellung erleichtert, und sie bekam einen weiteren Schub.

Als die Prinzessin Katharina von Medici (1519 - 1589) nach Frankreich heiratet, nimmt sie als Mitgift etliche Eisrezepte und ihren italienischen Eiskonditor Buentalenti mit nach Frankreich.

Auch in Frankreich "boomte" das italienische Eis. In den folgenden Jahrzehnten hüteten die französischen Könige die Speiseeisrezepte wie Staatsgeheimnnisse. Wer sie verriet, wurde mit dem Tode bestraft. Im Jahr 1673 brachten geschäftstüchtige Berater den König Ludwig XIV. dann auf die Idee, die Rezepte zu verkaufen und dann Speiseeis-Steuer zu erheben. Bereits im Jahr 1651 hatte allerdings schon der Sizilianer Pracopio Castelli in Paris das erste Eiscafé eröffnet.

Bald danach war Speiseeis in ganz Europa beliebt. Die italienischen Eismacher, die "Gelatiere", behielten ihren guten Ruf, das beste Speiseeis herstellen zu können. Die Herstellung des Speiseeises wurde in den folgenden Jahrhunderten durch Maschinen noch erleichtert. Hier sind teilweise die Amerikaner führend, so dass mittlerweile auch "american ice-cream" einen besonders guten Ruf hat.

Nach dem französische Wissenschaftler Réaumur herausgefunden hatte, dass Eis viel beser schmeckt, wenn es beim Gefrieren gerührt wird, 1790 erfindet eine amerikanische Hausfrau die erste Eismaschine, mit der Speiseeis hergestellt werden kann.

1851 wird in Baltimore (USA) die erste industrielle Produktionsanlage für Speiseeis in Betrieb genommen.

Die Kühltechnik wird im Jahr 1881 durch die Kältemaschine des deutschen Professors Carl von Linde noch einmal revolutioniert. Der Entwicklung von Kühl- und Eisschränken steht nichts mehr im Wege.

Ein Amerikaner entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Eiswaffel und eröffnete damit den Weg zum portionierten Eis. 1923 gab es dann das Patent für "Eis am Stiel".

In Deutschland beginnt die industrielle Herstellung und Vermarktung von Speiseeis erst in den Dreißiger Jahren. Daneben kamen schon damals italienische Familien nach Deutschland, um Eisdielen zu betreiben.

Ab etwa 1960 versuchten die deutschen Eishersteller, mit Namen wie "Capri", "Casata", "Trio + Duo", dem "Bocchia-Becher" und dem "Eistörtchen Torrone" an den guten Ruf italienischer Speiseeiserzeugnisse anzuknüpfen.

Da damals nur wenige Haushalte über einen Kühlschrank mit Gefrierfach verfügten (1956 waren es noch nicht einmal 15 Prozent), blieb der Straßenverkauf von Speiseeis an Kiosken und Eisdielen erst einmal vorrangig. Die Eisdielen und Eiscafés waren und bleiben dabei bis heute weiterhin vorrangig eine Domäne italienischer Besitzer, die oft schon in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben und arbeiten.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Speiseeis beträgt in der Bundesrepublik pro Jahr mehr als 8,5 Liter. Das Geschäft mit Speiseeis liegt mittlerweile hauptsächlich beim Lebensmittel-Einzelhandel mit dem Eis für den Haushaltsgebrauch (40 %) sowie bei Kleinverkaufsstellen für verpacktes Eis wie Kioske und Tankstellen (ebenfalls 40 %). Die Gastronomie, also die klassischen Eisdielen und Eiscafés, hat leider nur noch einen Marktanteil von 20 %.

(Aus Internet-Quellen zusammengestellt. Werner Zenker - 6/2003).

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